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Chronik

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1. Allgemeines

Der Landkreis Lörrach ist der größte Anbieter vollstationärer Pflege- und Betreuungsleistun-
gen im Landkreis Lörrach und bietet auf die verschiedenen Krankheitsbilder zugeschnittene, differenzierte Pflege- und Betreuungsleistungen an und unterscheidet sich in dieser Hinsicht von den meisten Landkreisen im Land Baden-Württemberg, die nicht selber

Anbieter vollstationärer Leistungen sind. Diese Angebotspalette ist historisch gewachsen.

Im Jahre 1998 wurden die drei Heime des Landkreises Lörrach organisatorisch verselbstständigt und der Eigenbetrieb "Heime des Landkreises Lörrach" gegründet.

2. Pflegeheim Markgräflerland

Das Pflegeheim Markgräflerland wurde 1963 gebaut und war seinerzeit als reines Altersheim für die Stadt Weil und deren Umgebung gedacht.

In den 80-Jahren zeigte sich, dass die Bausubstanz in keinster Weise mehr den Anforderungen eines modernen Altenpflegeheimes entsprach.

Das Heim wurde daher in den Jahren 1994 - 2008 umfassend erweitert und neu gebaut.

Zunächst wurde in den Jahren 1994 und 1995 der Eingangsbereich mit der Cafeteria, dem Verwaltungstrakt, der Küche und der Kapelle neu geschaffen.

Von 1996 - 1997 wurde ein Pflegeheimneubau mit 92 Plätzen geschaffen.

1998 wurde ein Teil des vorhandenen Gebäudes aus dem Jahre 1963 mit 24 Plätzen modernisiert.

Im Jahre 2000 beschloss der Kreis ein Konzept für den weiteren Ausbau des Heimes und schrieb auf Basis dieses Konzeptes einen Architektenwettbewerb aus. Den Wettbewerb gewann das renommierte Architekturbüro Wilhelm und Partner in Lörrach, welches durch zahlreiche gelungene Bauprojekte (z. B. den Bau der Synagoge in Lörrach) sich einen Namen gemacht hat.

Insgesamt sahen die Planungen den Abriss des Altbaues, die Schaffung von 2 Atriumsbauten sowie die Errichtung von 3 Häusern mit be-
treuten Wohnungen ("Wohnen mit Pflege") vor.

Alle 5 Gebäudeteile sind untereinander und mit dem bisherigen Baubestand des Pflegeheimes durch einen überdachten Verbindungsgang verbunden.

Diese Planungen wurden von 2006 - 2008 realisiert. Es erfolgte hierbei eine Kooperation mit dem Unternehmen "Heuer und Heuer Concepthaus" in Lörrach, welches die Gebäude mit den betreuten Wohnungen errichtete und vermarktet hat.

Das Pflegeheim bietet heute ein modernes, differenziertes und abgestuftes Pflege- und Betreuungskonzept für

  • somatisch Pflegebedürftige,
  • gerontopsychiatrisch erkrankte Personen,
  • Parkinsonerkrankte und
  • an Multipler Sklerose (MS) erkrankten Personen oder Personen mit ähnlichen Krankheitsbildern

an. Einer der Kernpunkte dieses Konzeptes ist es, dass die Bewohner des betreuten Wohnens die Dienstleistungen vom Heim "einkaufen" können, die sie benötigen bzw. wünschen. Schnelle und kompetente Hilfe durch das Heim ist zu jeder Tages- und Nachtzeit gewährleistet.

Bild: Pflegeheim Markgräflerland Bild: Pflegeheim Markgräflerland

3. Markus-Pflüger-Heim

Älteste Einrichtung des Landkreises Lörrach ist das Markus-Pflüger-Heim in Schopfheim-Wiechs. Bereits in den 60-Jahren des 19. Jahrhunderts machte Markus Pflüger, Mitglied der Kreisversammlung des Landkreises Lörrach und liberaler Landtagsabgeordneter in Baden, als erster auf die unwürdigen Lebensbedingungen armer, psychisch Kranker und pflegebedürftiger Menschen im "Großlandkreis Lörrach" aufmerksam und regte den Bau eines Kreispflegeheimes an. Anfang der 70-Jahre des 19. Jahrhunderts fasste die Kreisversammlung den entsprechenden Baubeschluss. Am 28. Juni 1877 wurde das seinerzeit so genannte Kreispflegeheim Wiechs eröffnet, das heute zum Gedenken an seinen Gründer dessen Namen führt.

Der Auftrag des Heimes war von Anfang an bis heute insbesondere die Pflege und Betreuung psychisch erkrankter Personen. Daneben wurden auch geistig und/oder körperlich behinderte Menschen gepflegt und betreut. 1985 kam das Angebot der Schwerstpflege hinzu.

Am Anfang seiner Geschichte war das Heim ein "kleines Dorf", welches sich selber versorgte und seinen Bewohnern zahlreiche Arbeitsmöglichkeiten anbieten konnte. So gab es u. a. eine Bäckerei, Schuhwerkstatt, Metzgerei, Landwirtschaft, Gärtnerei usw.

Die schlimmste Zeit in der Geschichte des Heimes war die Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus in den Jahren von 1933 - 1945. Die Nazis ermordeten in ganz Deutschland Zehntausende von Behinderten. Auch das Markus-Pflüger-Heim wurde nicht verschont. 89 Bewohner des Heimes wurden deportiert und in Grafeneck vergast. Zahlreiche Bewohner wurden zwangsterilisiert.

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Heimes wurde im Jahre 2002 ein Gedenkstein auf dem Heimgelände für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aufgestellt.

In den Jahren von 1979 bis 1985 wurden zwei Neubauten geschaffen. Zunächst wurde im Jahre 1979 das Haus Dinkelberg als Wohnheim gebaut. 1985 wurde das Haus Entegast errichtet, welches zunächst insbesondere als Pflegeheim gedacht war. Danach wurde das alte Heimgebäude aus dem 19.Jahrhundert abgerissen. Bereits in den Jahren 1994 - 1997 wurde das Haus Dinkelberg umfassend modernisiert und um ein Geschoss aufgestockt.

Seit dem Jahr 2005 ist die Gärtnerei und der landwirtschaftliche Betrieb des Heimes an den Verein „Kambium“ verpachtet, der eine biologisch-dynamische Landwirtschaft betreibt. Dieser Hof bietet arbeitstherapeutische Angebote für die Heimbewohner an und versorgt das Heim zum Teil mit seinen Produkten.

Das Heim bietet heute mit 246 Plätzen differenzierte und abgestufte Betreuungs- und Eingliederungshilfeangebote für seelische behinderte Menschen, suchterkrankte Menschen sowie gerontopsychiatrisch erkrankte Menschen an. Daneben werden auch noch Angebote für schwer pflegebedürftige Menschen gemacht.

Bild: Markus-Pflüger-Heim Bild: Markus-Pflüger-Heim

4. Pflegeheim Schloß Rheinweiler

Das Schloß Rheinweiler kann auf eine große und lange Tradition zurückblicken. Es wurde in der Grundanlage etwa um das 14. Jahrhundert von Baron Rotberg gebaut. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Anlage zwar mehrfach zerstört, jedoch immer wieder an der alten Burgstelle aufgebaut. Die ältesten Teile des jetzigen Gebäudebestandes stammen aus dem 17. Jahrhundert. Im Jahre 1928 kaufte der Landkreis Lörrach das Schloß Rheinweiler der Familie von Rotberg ab und richtete in den Gebäuden ein Altersheim ein. Die Familie von Rotberg war dem Heim aber weiterhin eng verbunden. So war die Freifrau von Rotberg Anfang diese Jahrhunderts jahrelang Heimfürsprecherin und setzte sich für die Belange der Heimbewohner ein.

Von 1998 - 2000 wurden die Gebäulichkeiten umfassend modernisiert bzw. durch sich in den historischen Baubestand einfügende Neubauten ersetzt.

Dem Architekten, Herrn Felix Ruch aus Bad Krozingen, gelang es, einerseits ein modernes Pflegeheim zu schaffen, andererseits den barocken Charakter des Schloßes zu erhalten bzw. sogar zu verbessern. Das Ensemble ist denkmalgeschützt.

Am 01.10.2010 wurde der 2. Bauabschnitt fertiggestellt. Es sind zwei Hausgemeinschaften mit jeweils elf Plätzen entstanden. Das Ziel der Hausgemeinschaft ist es, einen selbstbestimmten Alltag zu gestalten mit der Sicherheit und Unterstützung professioneller Pflege.

Die Tagespflege hat elf neue Plätze in attraktiven Räumen im Neubau bekommen. Das Haus bietet somit neben den zwei Hausgemeinschaften 47 vollstationäre Plätze und einen Kurzzeitpflegeplatz.

Bild: Pflegeheim Schloß Rheinweiler Bild: Pflegeheim Schloß Rheinweiler

5. Ambulanter Dienst Schloß Rheinweiler

Im Jahre 1999 wurde der Ambulante Dienst Schloß Rheinweiler gegründet. Er versorgt derzeit knapp 100 Menschen.